Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

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Exus
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Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Exus »

Hallo hab mal eine Frage.
Wenn ich auf die schnelle Leinölfirnis 2 x auf mein Bogen auftrage, aber dann doch nach 2 Wochen auf Beizen+Lack mein Finish beenden will, weil ich mein Bogenholz dunkler haben möchte und ich bis jetzt mit Beize+Lack gute Erfahrung gemacht habe. Was müste ich da tun ?

Einfach 120er oder 240er Papier rübergehen und gut ist oder gibs da noch andere Probleme ? ;D


Exus
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Squid (✝)
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Squid (✝) »

Vergiss es.
Das Leinöl ist ins Holz eingezogen. Nicht sehr weit, aber 1 /10 mm mag es durchaus sein. An Stellen wo das Holz etwas poröser ist und an den Seiten (Schnittflächen) auch tiefer. Dann ist es ausgehärtet.
Das muss nun ALLES weg, damit eine Beize ins Holz einsickern kann. Wo noch Ölreste sind, wirds fleckig.
Und die Menge Holz, die du wegschleiffen müsstest, würde sich dann auch bei der Bogenstärke anfangen, sich bemerkbar zu machen...
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Exus
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Exus »

Welche anderen möglichkeiten habe ich? dunkles Öl ?
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eddytwobows
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von eddytwobows »

Wie Squid schon sagte... wenn erstmal Leinölfirnis drauf und auch schon angehärtet ist, hast Du keine Chance, da ohne Holzabtrag noch etwas mit Beize + Lack zu machen...

Frage : Um was für ein Holz handelt es sich...?
Viele Hölzer dunkeln ja noch mit der Zeit nach, vielleicht einfach etwas abwarten und das Problem (?) löst sich mit der Zeit von selber...

Ein anderer Vorschlag wäre...

(das ist jetzt allerdings nur eine reine spekulative Vermutung meinerseits, die Du selber am besten mittels eines Experimentes mit einem Stück Restholz ausprobieren solltest...!!)

...zu versuchen, den bereits auf dem Bogen aufgetragenen Leinölfirnis mittels Wärme (HLP z.B.) wieder etwas "anzuflüssigen", um dann mit einem, wie Du bereits nachgefragt hast, dunklerem Öl nachzubessern...

Wie gesagt, da wäre wohl experimentieren angesagt, keine Ahnung ob das mit reiner Wärme klappt...
Ev. mit etwas Verdünner zum anlösen vorarbeiten ...

Annsonsten... hinnehmen und so lassen, für den nächsten Bogen Spickzettel an die Tillerwand heften... ;) :D :D

LG
etb
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Haitha »

Also etwas Farbe wird aufgenommen, aber es wird in keinem Fall so aussehen, als wenn das Werkstück nicht vorher geölt worden wäre. Perdue, Exus ;)
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Squid (✝)
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Squid (✝) »

Selbst ein neu aufgetragenes dunkles Öl würde wenig bringen. Denn das Leinölzeugs ist ja ausgehärtet, bildet also eine geschlossene Oberfläche, die andere Flüssigkeiten zunächst mal abweist.

Wenn, dann müsstest du die Öberfläche anlösen, mit einem geeigneten Lösungsmittel (keine Ahnung, was bei gehärtetem Firnis geht, Aceton? Nitroverdünner?, Benzin?) und dann könnte es sein, dass ein dunkleres Öl zumindest eine gewisse Menge Farbpigment auf der Oberfläche hinterlässt.

Fürs nächste Mal: Man kann Farbpigmente kaufen und die dann z. B. ins Firnis einrühren.

EDIT: Das könnte übrigens jetzt noch klappen. Alte Leinölflächen frischt man ja auch mit einem neuen Anstrich mit dem gleichen Zeugs aus. Vorgehensweise: Die alte Schickt aufrauhen (vieeeel Schleifpapier, das setzt sich sofort zu) oder gleichmäßig abschaben (Ziehklinge), und dann mit dem pigmentierten Firnis neu einschmieren.
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Windmann
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Windmann »

Squid hat geschrieben:Fürs nächste Mal: Man kann Farbpigmente kaufen und die dann z. B. ins Firnis einrühren.

EDIT: Das könnte übrigens jetzt noch klappen. Alte Leinölflächen frischt man ja auch mit einem neuen Anstrich mit dem gleichen Zeugs aus. Vorgehensweise: Die alte Schickt aufrauhen (vieeeel Schleifpapier, das setzt sich sofort zu) oder gleichmäßig abschaben (Ziehklinge), und dann mit dem pigmentierten Firnis neu einschmieren.
Das könnte nicht nur, das klappt sogar. Wichtig ist, dass die Pigmente fein wie Staub sind. Da gibt es unterschiedliche Körnungsgrößen, je nach Material. Bei der Ölmalerei hat man im Billigbereich richtig gute Chancen auf passendes Material (Kostenpunkt, was um die 7 Euronen).
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Galighenna
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Galighenna »

Anrauhen würde ich auch sagen. Das geht statt mit Schleifpapier viel besser mit grober Stahlwolle. Die kann man ausklopfen und die setzt sich nicht so schnell zu.
Leinöl verschließt nur dann das Holz vollständig, wenn man es mehrmals wirklich satt aufgetragen hat, so das die Holzoberfläche sich wirklich komplett damit vollsaugen konnte.
Es ist möglich, das du mit der Stahlwolle das Holz wieder ein bisschen "öffnen" kannst und dann mit pigmentiertem Öl eine leichte Nachdunklung erreichen kannst.
Die größte Gefahr sehe ich darin, das das ungleichmäßig wird.

Mit Leinölfirnis behandelte Flächen kann man aber nachträglich Lackieren, wenn die Firnis zeit genug hatte komplett fest zu werden. Nach ein paar Wochen ist dies aber auf jeden Fall der Fall.

Was mir noch einfällt: Evtl kann man Tungöl-Lack einfärben. Eigentlich ist das zeugs glaube ich relativ farblos, aber wenn man lösliche Pigmente darin einbringt, bekommst du eine dunklere, aber transparent durchscheinende Oberfläche. Vll hilft dir das?

@PS: Da ich das gerade bei den Vorpostern lese:
Es gibt verschiedene Arten von Pigmenten. Es gibt feste Pigmente, die sich im Lack/Öl/Lösungsmittel NICHT auflösen sondern nur sehr sehr fein darin verteilt sind. Sowas ergibt deckende, undurchsichtige Farben, wie z.B. die typischen Ölfarben (die enthalten tatsächlich auch Leinöl etc!)
Es gibt aber auch lösliche Pigmente/Farbstoffe. Die Lösen sich im Bindemittel auf und färben das Bindemittel ein. Man erhält eine durchscheinende Farbe, bei der man das Holz darunter dann auch noch erkennen kann.

Ich vermute letzteres ist die lieber oder?
Wenn es dir den Aufwand wert ist, kannst du damit ja experimentieren. Du könntest bei Kremer Pigmente anrufen und dort mal nachfragen. Ich schätze die können dich dort gut beraten.
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Morten
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Morten »

Es gibt pigmentiertes Öl.
In vielen verschiedenen Farbtönen. Ist jetzt sicher das einfachste und sieht super aus.
Z.B. von Livos, oder einfach mal googlen.

Oder selber Farbpigmente in Dein Leinöl mischen...

Morten
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Exus
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Exus »

eddytwobows hat geschrieben:Wie Squid schon sagte... wenn erstmal Leinölfirnis drauf und auch schon angehärtet ist, hast Du keine Chance, da ohne Holzabtrag noch etwas mit Beize + Lack zu machen...

Frage : Um was für ein Holz handelt es sich...?

Haselnuss ;D


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Exus
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Exus »

Kann ich Leinölfirnis und Clou Haselnussbeize in ein verhältnis mischen (da sind ja Pigmente drinne, und ich hätte die ja schon) ? ;D
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Galighenna
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Galighenna »

Das kommt draf an...
Es gibt ja Beizen auf Wasserbasis. Die sind verständlicherweise nicht mit Öl mischbar. Wenn es eine Beize auf Lösemittel (Meist Alkohole und Aceton etc) ist, dann dürfte das klappen. Nimm dir am besten eine kleine Menge Firnis in ein altes Glas und mische ein wenig Beize dazu. Wenn sich das Ganze Problemlos miteinander vermengt, Bingo... Ansonsten bilden sich kleine Beizetröpfchen in der Firnis...

Bei Erfolg dann nur noch auf ein Probestück pinseln und gucken ob die Firnis noch sauber aushärtet...
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Exus
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Exus »

Danke für Eure vielen Antworten, ich war heute 3d Schießen und da hatte ich ca 1 Min. Regen.
Auf meinem Bogen wurden eindeutige Schwächen angezeigt. Ich hatte sehr schlecht (wenig) Leinölfirnis verwendet.

Deshalb habe ich mit Stahlwolle den Bogen gereinigt und mit 120er Schleifpapier geschliffen (habe noch 5 Pfund Zuggewicht in reserve)
und angefangen zu Beizen. Sieht bis jetzt gleichmässig aus.

Wie lange muss Beize trocknen bis ich Nachbeizen kann Minuten oder Stunden ? (auf der Verpackung steht nix) ;D

PS: ah Clou Anleitung im Internet =

staubtrocken: 10 Minuten
überlackierbar: 2 Stunden

Ich vermute das mann dann in 10-20 Min Nachbeizen kann ;D
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MoeM
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von MoeM »

Leinöl dient meines Wissens nach auch als Grundierung für Lacke, Wachse und Lasuren- also einfach mit ner dunklen Lasur drüberstreichen und vielleicht zur Beständigkeit Klarlack hinterher.
Grüße Moe
Baug
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Re: Finish wechsel von Leinölfirnis zu Beizen+Lack

Beitrag von Baug »

Hi Leute,

ich weiss nicht ob ich hier jetzt richtig bin, aber ich will meine Pfeile mit Klarlack lackieren und wollte mir da jetzt einen Parkett- und Treppenversiegelungslack kaufen! Meine Frage ist nehm ich dazu einen wasserverdünnbaren Lack oder nitroverdünnbaren Lack? Theoretisch ist das doch egal, beides sind ja Lacke und verdünnen will ich ja nicht unbedingt und mir wurde auch gesagt, dass die wasserbasierenden Lacke langsamer trocken, klebrig sind und eigentlich ja auch bei Pfeilen die mal nass werden oder im feuchten Gras liegen nicht richtig wirken, oder bin ich da jetzt auf dem falschen Dampfer?

Mfg Baug
Ein jeder ist soviel wert, als die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist.

Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.
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