Birke für Selfbogen

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andi
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Birke für Selfbogen

Beitrag von andi »

Hallo Leute

Bin gerade dabei einen Selfbogen aus Birke zu bauen.
Und ja ich weiß, dass das kein typisches Bogenholz ist. ;-) Ist ja auch nur zum ausprobieren.

aber wenn es euch interessiert kann ich hier meine Erfahrungen über Birkenholz und dergleichen reinschreiben.

Und zu diesen Erfahrungen zählt schon:

Die Birke hat mehrere Rindenschichten. Die erste besteht aus mehrern eigenen Schichten, welche sich aber leicht lösen lässt. Diese wird soweit ich weiß für Birkenteer und dergleichen benutzt. Die zweite Schicht ist sehr hart und "porös". Lässt nur mit viel Fingerspitzengefühl abziehen. Das geht abver nciht in Streifen sondern eher in Splitter. Hier ist besonders darauf Acht zu geben, dass man nicht ins Holz schneidet.
Schicht drei ist extrem dünn und liegt zwischen NR.2 und Holz und wird schnell durchtrennt.

Das Holz an sich ist eher mittelhart bis hart.

mlg Andi

PS: Falss der Bogen was wird lass ich es euch wissen :D:D
WildTurkey
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Beitrag von WildTurkey »

Birke ist ein festes und schönes Holz, und kann gute Bögen ergeben.

Ein Kollege hat bereits einige Bögen aus Birke gemacht, und ist zufrieden damit.
Ein ungewöhnliches Bogenholz ist es eigentlich nicht wirklich :-)

Maße würde ich etwa wie bei Esche nehmen, also eher breit und flach - ca. 4,5cm an der breitesten Stelle, bei 175cm Länge und für 50#
Birke ist imho etwas besser als Bogenholz geeignet als Esche, weil leichter und schnellfreudiger.

Happy schnitzing! :-)

PS: Ältere Birken haben oft eine sehr verworfenen Oberfläche, das schaut dann zwar sehr schön aus, ist aber schwierig bis unmöglich einen Ring sauber freizulegen. Also lieber jüngere Stämme nehmen.
shantam

Beitrag von shantam »

gibts schon einen thread drüber.bitte mal die suche bemühen und da weiter machen.
shantam
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

Meine erster Birken-Versuch ist bisher nicht so gelungen (aber auch noch nicht ganz abgeschlossen). Ich hatte einen Teilbereich gedämpft und begradigt, und just genau in dem Abschnitt bekam er schon bei 1/2 Ausszug Kompressionsbrüche!

Mittlerweile ist der Teilbereich durch ein anderes Stück Holz ersetzt (bauchseitiges Inlay über 1/2 WA-Dicke), und ich werde demnächst das Tillern fortsetzen...

Prinzipiell scheint es mir bedingt geeignet, aber da es bessere Hölzer gibt (und die auch gut verfügbar sind), sehe ich keinen Grund, aus Birke Bogen zu bauen, es sei denn, man WILL es nach dem Motto "Jetzt erst recht"...

Da ich noch einen weiteren Birkenstave habe, werden ich den auch noch verbauen - aber ich baue auch VIEL und VIEL EXPERIMENTELL! Wer nur mal gelegentlich, oder als Erstausstattung einen Bogen bauen will, sollte lieber zu Esche, Ulme, Eberesche, Robinie, Ahorn, Hasel, wer drankommt auch Hickory oder Osage o.ä. greifen, die sind bewährt und bieten bessere Erfolgsaussichten!

Rabe
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Beitrag von WildTurkey »

Hallo Rabe,

Ich habe selbst gerade einen aus Birke in Arbeit (muß auf Wunsch der Auftraggeberin Birke sein), bin aber noch nicht soweit, daß ich ihn mit anderen vergleichen kann.
Der Bogen eines befreundeten Bogenbauers war nach dessen Aussagen erstaunlich schnell und weich zu ziehen, und der hat deutlich mehr Bögen gebaut als ich.
Auch ein Freund von ihm hat aus Birke einen schönen Bogen gemacht, trotz Ästen und Verwerfungen. Auf diese beiden habe ich mein Kommentar bezogen.

Möglicherweise variiert die Qualität bei Birke ähnlich stark wie bei Esche (oder noch mehr?), werde nach meinem Eigenversuch berichten!
Vielleicht sollte jemand einen Standardbiegetest mit verschiedenen Stücken Birke machen, würde mich sehr interessieren.

PS: Shantam: Ich habe gesucht, aber den anderen Thread finde ich nicht sehr informativ, es geht dort mehr um die Tauglichkeit als Schaft Material. Aber vielleicht habe ich den richtigen Thread nicht gefunden.
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Beitrag von Ravenheart »

Vielleicht den:

Thread 1

oder den:

Thread 2

oder den:

Thread 3

oder den:

Thread 4

;-)

Rabe
WildTurkey
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Beitrag von WildTurkey »

:schaem Da war ich wohl beim Suchen zu faul.

Naja, ich werde meinen Stave auf jeden Fall nicht dämpfen, und muß auch nicht mehr als 35# erreichen. Ich laß mich einfach überraschen was herauskommt.
Die Meinungen/Erfahrungen über Birke dürften ja sehr unterschiedlich sein, also hilft eh nur selbst probieren. Welche Art Birke von meinem Bekannten und seinem Freund verwendet wurden, weiß ich leider nicht, läßt sich jetzt nicht mehr feststellen.

Mein Stave gefällt mir jedenfalls recht gut, auch wenn ich ihn wegen einer Drehung spleißen mußte.
WildTurkey
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Beitrag von WildTurkey »

Wie versprochen poste ich hier meinen Birkenbogen:

163cm lang, zahmes Pyramidendesign von 4,5cm WA Mitte auf 1,2cm an den Enden.

Während dem Tillern mußte ich einige gewachsene Verdrehungen ausgleichen. Es hat mich leider Set gekostet, aber sonst wären die Wurfarme zu weit aus der Flucht geraten - dämpfen wollte ich nicht, wegen Rabes schlechten Erfahrungen.
Das Tillern war schwierig, und ich bin unter das angestrebte Gewicht gerutscht. Er zieht nur noch 20#, aber letztendlich bin ich froh, das er noch lebt (und schießt) :-)

Da er ursprünglich Reflex gespleißt war, hat er trotzdem noch genug Kraft, um anständig zu werfen.

Bild

Bild

Bild

Beim Bild im Auszug muß man sich den unteren(rechten) WA um 2cm kürzer denken - die Sehnenkerbe ist weiter unten, der Wa aber noch nicht gekürzt.

Fazit: Sie ließ sich schlecht spalten und tillern, ist aber ein verwendbares Holz und ein netter Bogen geworden. Ich würde gerne einmal ein gerades Stück ohne Ästen und mit ebener Oberfläche probieren, da geht sicher noch mehr.
Aber es gibt viele Hölzer mit denens einfacher geht. Schön ist Birke auf jeden Fall. (**)
Indie12
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hab auch noch ne frage

Beitrag von Indie12 »

ich bin auch grad an nem birkenselfbow dran.
ich hab dafür ein 4"stämmchen geschlagen und die rückenwölbung abgetragen bis die ebene fläche ca.6cm breit war.dabei stellte sich mir folgende frage:kann es sein, das birke relativ homogenes holz ist, so etwa wie manau????
erkläre es mir, und ich werde vergessen;
zeige es mir, und ich werde es mir merken;
lass es mich tun, und ich werde verstehen!  konfuzius
WildTurkey
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Beitrag von WildTurkey »

Ich bin kein Holz-Fachmann, aber Birke hat Früh und Spätholz. Der farbliche Unterschied ist schwer zu sehen, er wird erst bei einer glatten Oberfläche deutlicher sichtbar, mit Öl, Wasser oder Lack kommts noch besser raus.
Beim Decrowning währe ich vorsichtig, auf paralelle Jahresringe am Rücken zu achten, auch wenn sie schwer zu sehen sind. Oder kommt ein Backing drauf?
Bin schon gespannt, ich hoffe du zeigst uns deinen Bogen!
Indie12
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Beitrag von Indie12 »

bei dem stave kommen auch ständig so ne braunen,äh,wie soll ich sagen, schlieren(??)durch,sieht ein bisschen nach fraßgängen von gewürm aus , kann aber nich sein, sind nich hohl.
WAS IS DAS!???
erkläre es mir, und ich werde vergessen;
zeige es mir, und ich werde es mir merken;
lass es mich tun, und ich werde verstehen!  konfuzius
WildTurkey
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Beitrag von WildTurkey »

Wenns so aussieht:
[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/13145/BrauneLinien.jpg]
Bild[/url]

Weis ich zwar auch nicht was es ist :) , aber ich finde es ist sogar besonders schön
Diese Linien laufen zwar in einer Ebene mit den Jahresringen, aber in keinster Weise entlang der Maserung. Möglicherweise ein Pilz oder ähnliches? Vielleicht auch Wasser, das irgendwie zwischen Rinde und Stamm gekommen ist und sich dort Bakterien verewigt haben? (sind nur wilde Theorien, habe keine Ahnung!)
Auf jeden Fall sind diese Linien keine Schwachstellen, ich habe einige davon kreuz und quer am Bogenrücken!

Falls du aber poröse braun/graue Einschlüße an den Seiten des Bogens meinst, das sind überwachsene Äste.
Die können, besonders am Rand, eine Schwachstelle sein.
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Birke.......

Beitrag von arcus (✝) »

habe auch schon mal einen gebaut, das Stämmchen hatte allerdings gerade 4cm Durchmesser.
Leider lebt er nicht mehr--hat mal ein Frostschießen nicht überstanden.
Der Beitrag ist vom April 2005


http://www.fletchers-corner.de/include. ... stid=70626


Rolf
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so siehts aus

Beitrag von Indie12 »

danke, wild turkey, genauso sieht das bei mir aus, nur sind sie bei mir nicht so gehäuft.
wär trotzdem interessant zu wissen , was das is,also falls es jemand weiß...!! :D

gruß martin
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Belga
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RE:

Beitrag von Belga »

Original geschrieben von Indie12

bei dem stave kommen auch ständig so ne braunen,äh,wie soll ich sagen, schlieren(??)durch,sieht ein bisschen nach fraßgängen von gewürm aus , kann aber nich sein, sind nich hohl.
WAS IS DAS!???
Moin,
das sind die sogenannten "Fenster" sind anscheinend wohl Mineralablagerungen die in den Wassergängen mit nach oben transportiert werden. Solche Fenster findeste z.b. auch in der Platane, Ahorn usw.

Gruesse Chris
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