Urwälder in Mitteleuropa - romantische Vorstellungen

Was nicht in eine der anderen Kategorien passt.
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Nacanina
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Urwälder in Mitteleuropa - romantische Vorstellungen

Beitrag von Nacanina »

Zu den Urwäldern bei uns gibt es sehr romantische Vorstellungen. Die sind geprägt von Schriften und Bildern (Malereien) aus dem 19. Jahrhundert.
Ich gehe davon aus, dass die geringste Waldfläche im 14. und 15. Jahrhundert bestanden hat und dass die Eingriffe des mittlealterlichen Menschen enorm groß waren.
Es ist sinnlos, von den G?ttern zu fordern, was man selber zu leisten vermag. Epikur
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shewolf
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Beitrag von shewolf »

Wie Dschungel war´s wohl nicht. Aber so "geleckt" und gefegt wie der moderne Wald, mit breiten gepflasterten Schotterwegen überall und begradigten Wasserläufen, mit Feuerschneisen und einer Baumsorte pro "Feld" wars bestimmt nicht.

"Uriger Wald" wäre vielleicht zutreffender. Und damals gab es viel viel weniger Menschen und keine schweren Wald-Maschinen, also können die Eingriffe in die Wälder niemals so nachhaltig gewesen sein, wie sie es heute sind.

Vor dreißig Jahren habe ich in einem Haus in England gelebt, da inmitten eines total verwilderten Parks lag - das war schon herrlich Urwaldmäßig, einfach weil 20 Jahre niemand den Wald bearbeitet hatte...
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Nacanina
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Beitrag von Nacanina »

Der moderne Wald braucht leider etwas Zeit, zu wachsen.
Die Wunden, die die preussische Forstwirtschaft geschlagen hat (quadratisch, praktisch, simpel) heilen nur langsam. Außerdem gibt es natürlich überall noch zu viele Preussen ;(
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Prywinn
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Beitrag von Prywinn »

Ist es eigentlich erlaubt, wenn man i-wie an ein stück wald kommt, dieses verwildern zu lassen?
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Nacanina
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Beitrag von Nacanina »

Ja, solange dort Bäume Stehen ist es Wald. Wie er aussieht ist egal.
Das einzige Problem ist die Verkehrssicherungspflicht. Wenn jemand zu Schaden kommt, kann es sein, dass du als Waldbesitzer haften mußt.
Oder, wenn von dem Wald eine andere Gefahr ausgeht. (Borkenkäferkatastrophe)
Dann kannst du verpflichtet werden, etwas zu tun.
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locksley
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RE:

Beitrag von locksley »

Original geschrieben von shewolf

Wie Dschungel war´s wohl nicht. Aber so "geleckt" und gefegt wie der moderne Wald, mit breiten gepflasterten Schotterwegen überall und begradigten Wasserläufen, mit Feuerschneisen und einer Baumsorte pro "Feld" wars bestimmt nicht.

"Uriger Wald" wäre vielleicht zutreffender. Und damals gab es viel viel weniger Menschen und keine schweren Wald-Maschinen, also können die Eingriffe in die Wälder niemals so nachhaltig gewesen sein, wie sie es heute sind.

Das hat die Menschen, aber nicht davon abgehalten, die Wälder in manchen Weltgegenden fast vollständig abzuholzen um das Holz für Schiffs- und auch Hausbau zu verwenden. Die Karstgebirge im Libanon, Griechenland, Kroatien etc. können das auch heute noch bezeugen.

Der Mensch benötigte zu keiner Zeit schwere Maschinen um in seine Umwelt einzugreifen, zumal in der damaligen Zeit genug "billiges" Menschenmaterial, in der Form von Sklaven bzw. Leibeigenen, für die schwere Arbeit zur Verfügung stand.

Vor dreißig Jahren habe ich in einem Haus in England gelebt, da inmitten eines total verwilderten Parks lag - das war schon herrlich Urwaldmäßig, einfach weil 20 Jahre niemand den Wald bearbeitet hatte...
Irgendwie ist meine Antwort jetzt vom Zitat geschluckt worden.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)
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Nacanina
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Beitrag von Nacanina »

Do it again!
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landogar
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mögens die . . .

Beitrag von landogar »

gewesen sein
von locksley ???

Das hat die Menschen, aber nicht davon abgehalten, die Wälder in manchen Weltgegenden fast vollständig abzuholzen um das Holz für Schiffs- und auch Hausbau zu verwenden. Die Karstgebirge im Libanon, Griechenland, Kroatien etc. können das auch heute noch bezeugen.

Der Mensch benötigte zu keiner Zeit schwere Maschinen um in seine Umwelt einzugreifen, zumal in der damaligen Zeit genug "billiges" Menschenmaterial, in der Form von Sklaven bzw. Leibeigenen, für die schwere Arbeit zur Verfügung stand.
könnte seine verschwundene antwort sein
das sich eisere wäg, aber niemoals eisere waffe kreuzed
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Beitrag von Nacanina »

@Landogar
Wen hast du wo zitiert?
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shewolf
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Beitrag von shewolf »

@locksley: das meinte ich anders 8-| wenn der Wald weg war, war er weg , das stimmt schon (Griechenland, Libanon, etc.)

Aber da, wo er noch stand, wurde er nicht so bewirtschaftet wie heute ;-) Moderner Wald ist doch eigentlich keine "Natur" mehr, sondern mehr ein "Gemüsebeet mit Bäumen statt Salat", wo alles geplant und organisisert ist. DAS gabs früher so nicht!
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Beitrag von Nacanina »

Nicht verallgemeinern Wölfin!
Es gibt auch in Deutschland sehr schöne Wälder.
Auch die Konzepte dazu kommen eigentlich aus dem 19. Jahrhundert. Wir können wirklich (auf vielen Standorten) schöne und ertragreiche und nützlich (Naturschutz, Ästhetik...) aufbauen.
Ich habe z. B.: in ca 15 Jahren als Revierförster erst 225 Fichten pflanzen lassen.
Aber 10Tausende von Ahornen, Buchen, Elsbeeren, Kirschen, und ein paar Tausend Eiben auch.
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Beitrag von Nacanina »

Nochmal dazu:
Das mit den Beeten, Salat.
Das ist eigentlich die Großtat unserer Altforderern gewesen: der Nachhaligkeitsgedanke!
Erst damit hat man wieder an Aufforstungen gedacht. Das ist aber auch der Beginn der modernen Forstwirtschaft.
Nur sind wir jetzt eben ein paar hundert Jahre weiter und wissen wesentlich mehr über ökologische Zusammenhänge. Das muß nur genutzt werden!

Aber vorher im MA war es eine kulturelle Großtat Wald zu vernichten. Alle Gesellschaftsschichten haben daran mitgewirkt:
Die Fürsten, der Klerus und auch die Bauern in der Form der damaligen Markgenossenschaften.
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Bruchprince
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RE:

Beitrag von Bruchprince »

Original geschrieben von shewolf
"Uriger Wald" wäre vielleicht zutreffender. Und damals gab es viel viel weniger Menschen und keine schweren Wald-Maschinen, also können die Eingriffe in die Wälder niemals so nachhaltig gewesen sein, wie sie es heute sind.

Man kommt sicher leicht auf den gedanken das damals die eingriffe nciht groß waren, was allerdings nicht stimmt. Die wälder damals "verlotterten" gerade zu. Wälder wurden als weidefläche genutzt, das laubstreu als dünger wodurch die humusschicht beeinträchtigt wurde. Nach der einführung der dreifelderwirtschaft ab dem 8 Jh. kam es auch zu starken rohdungen.
Aussderm gab es ja unkontrollierten einschlag(raubbau), durch den aushieb junger bäume ( 12-25J.) konnte es keine langfristige Regeneration geben. Erst ab dem 15 Jh. gab es durch den mittelwaldbetrieb wieder (geringe) erholungen. Erst ab dem 18./19.JH gibt es nachhaltige forstwirtschaft und gezielte aufforstung, wobei allerdings monokuluturen entstanden (ist heute auch nicht anders oder sieht man oft , ich zb. muss nur aus dem Fenster sehen und sehe ne riesiege herde nadelbäume) aus diese zeit rürt auch der starke anstieg der artenanteile an nadelbäumen her(logisch wachsen ja schneller), ausserdem entstanden dadurch auch wälder mit vielen Gleichalten bäumen was durch das dicht Blätterdach nachwachsen jüngerer Bäume be- bzw.verhindert, ab dem 19. Jh kam es dann durch zu Bodenverdichtung und Artenverdrängung durch Maschineneinsatz in der Forstwirtschaft und Tourismus ( letzters im 20. Jh.) Erst ab dem 20. Jh wird die nichtökonomische Funktion des Waldes wichtig und Schutz und Pflege der Waldökosystems beginnt.
(da sag mal einer inna schule lernt man nichts :) EK 11 )

Naja und die spanier hams ja auch ohne große maschinen geschafft, ganz spanien abzuholzen um schiffe zu bauen, also stimmt das argument ja auch nicht so ganz


@ shewolf : welches früher meinst den, gibt ja viel davon :-) ( Merkbare veränderung an den Wäldern gibt es schon seit der Bronzezei (Walddweide, punktueller Rückgang )
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Nacanina
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Beitrag von Nacanina »

Hey!
Sowas lernt ihr in der Schule???
Das ist ja unerhört.
Ich dachte erst, da war ein Kollege am Schreiben...
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Beitrag von Bruchprince »

Zufällig kollege bruchking?! der liegt schon seit 10 im bett. :D
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