indianische keule ?

Selbstgebaute Ausrüstungsgegenstände wie Armschutz, Köcher, etc.
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tarek
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indianische keule ?

Beitrag von tarek »

hiho da bin ich ma wieder ..
wollt mal fragen ob einer von euch vielleicht weiss wie die indianischen keulen gebaut waren und die steine befestigt waren.

ich rede nicht von tomahawks aus feuerstein oder so sondern von den dingern die einfach nen faustgroßen stein am ende eines stabes befestigt hatten mit sonem bast ähnlichen zeug oder so...

in dem film Windwalker das Vermächtnis des Indianers haben die auch solche dinger ..
danke schon ma me guckt nu cats and dogs :D
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Moonshadow
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Schädelbrecher

Beitrag von Moonshadow »

Hallo Tarek,

ich bin zwar kein Fachmann für Indianerkram ...

... aber gebaut hab ich trotzdem sowas.
:D :D

Also meine Infos nicht auf die Goldwaage legen!
;-)

Von den Dingern gibt es verschiedene Formen und da ich den Film nicht kenne, weis ich nun nicht welche du genau meinst. Es gibt welche, da ist der Stein nur in Rohleder genäht und lose mit dem Stock verbunden (ähnlich wie ein Morgenstern). Dann gibt es welche, wo der Stein im Stock eingesetzt ist und welche wo der Stock im Stein eingesetzt wird.

Das Ding das ich gebaut habe, ist noch nicht ganz fertig, es fehlt noch die Rohlederwicklung und bisserl Zierrat.

Und es nicht unbedingt authentisch, zumindest was die Herstllung angeht!
:D

Gebaut habe ich es folgendermaßen:

Haselnussstecken, etwa daumendick und 55 cm lang, gut durchgetrocknet und nicht entrindet. Am dünnen Ende etwa 4,5 cm leicht konisch geschnutzt und etwa 2 cm tief für einen Keil eingesägt. Am unteren Ende ein Auge geschnitzt, da soll Pferdehaar (von Schweif) als Zierde dran. Den ganzen Stecken vein angeschlidden und mit Danishoil mehrfach behandelt. Den Griffbereich auf 17 cm mit dünnem Wildleder (nass) umwickelt.

Dann ziemlich lange gesucht, bis ich einen knapp faustgroßen, eiförmigen Stein gefunden hatte. Diesen dann mittig mit 10 mm durchbohrt und die Bohrung beidseitig konisch geweitet. Unten ist der Konus etwas breiter als der obere. Die schmalste Stelle befindet sich wtwa im oberen drittel des Steins. Dann so lange an der Bohrung herumfummeln, bis der Stecken knapp hineinpasst. Am Schluss dem Stein eine umlaufende Kerbe verpasst für die spätere Rohhaurwicklung.

Stein gründlich waschen und gut trocknen lassen. Die bohrung im Stein gut mit Ponal "blau" einschmieren, den Stecken so weit wie möglich einschlagen und oben mit einem Keil sichern. Ein paar Tage liegenlassen, damit der Leim auch garantiert trocken ist.

So weit bin ich jetzt. und getestet hab ich auch schon. Eine Kokosnuss kann man damit gut öffnen.
:D :D

In den nächsten Tagen beschaffe ich mir etwas Rohleder um damit die Wicklung zu machen. dann sieht man auch nicht mehr, dass der Stein geleimt und gekeilt ist. An der Wicklung kommt dann noch eine große Storchenfeder und am Auge wird das Pferdehaar befestigt.

Wie gesagt, nicht authentisch, nur ähnlich auf den ersten Blick. Mir geht es bei solchen Bastelein nicht darum, ob es authentisch ist, sondern nur darum zu testen wie es geht und ob ich es kann. Auf diese Weise ist dann auch schon mal ein Bekannter unverhofft zu einem Angelboot gekommen. Ich wollte testen ob ich ein Bauen kann und wusste hinterher nicht wo hin damit. Sachen wie so ein Schädelbrecher kann ich mir an die Wand hängen. ein Boot nicht.
:D :D :D :D :D :D :D
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tarek
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Beitrag von tarek »

danke dir ! mit was fürnem bohrer haste den das loch in den stein gebohrt ohne das der bricht ? das mit der rohheut finde ich am schwierigsten weil man ja parralel zum stab wickelt und auch keine keben hat im ast wo man das immer einhacken kann. bei deineer wariante kann mann das ja so kreuzeise um den stein wicklen aber bei den anderen ? in streifen rüberlegen und am stab die streifen mit was anderem wieder festwickeln oder wie ? auf hudson bay gibt es soclhe dinger..
grml.. da ensteht kein link auf der seite zu den einzelen waren... naja unter indianische replikate sind die zu finden .

am ende des stabes ist bestimmt eine y artige fassung für den stein ... mal gucke ob irgentwo was darüber steht
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Wurfkeule

Beitrag von Orisha »

Hallo Tarek,
einer meiner Bekannten hat vor ein paar Jahren eine indianische Wurfkeule aus den Staaten mitgebracht. Das Teil wurde von einem Indianer hergestellt, der sich auf die Fertigung von authentischen Gebrauchsgegenständen (Waffen, Rasseln u.s.w.) spezialisiert hat. Bei diesem Schädelknacker handelt es sich um eine Wurfkeule. Der Steinkopf sitzt zu 2/3 in einer Art Kappe aus Rohhaut, die wiederum um das obere Ende des Griffes befestigt ist. Der Stein ist dazu erwärmt worden und in die nasse Haut gebunden worden. Das Besondere an der Waffe ist der Stiel: Dieser ist ausgehöhlt und zur Hälfte mit Sand gefüllt. Wie gesagt, das Ding ist zum werfen gedacht und der Sand dient zur Balance im Flug. Mein Bekannter hatte beim amerikanischen Zoll ziemlichen Stress wegen der Füllung. Die Customs haben die Keule zerlegt und drin nachgeschaut, ob der Stiel nicht doch mit Koks gefüllt ist. Ich schau mal, ob ich ein Foto von der Keule organisieren kann.
Gruß
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tarek
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Beitrag von tarek »

jo danke wäre cool wenns da ein bild gäbe.. das wichtigste is ja die befestigung von dem stein an dem stab...
aber das mit dem sand is ne geile idee... was die sich einfallen lassen haben..
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Moonshadow
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RE:

Beitrag von Moonshadow »

Hallo Tarek,

nichts zu danken.

Mit einem ganz normalen Betonbohrer, erst mal mit einem 6er vorgebohrt und dann mit dem 10er aufgebohrt. Beides mit langsamer Drehung des Bohrers, kaum Vorschub und ohne Hammer. Hat natürlich ziemlich gedauert, bis das Loch drin war. Der Konus auf beiden Seiten wurde ähnlich gemacht und hat auch ziemlich gedauert. Dafür hab ich mir aus Buche einen Konus gedrechselt, mit 36er Schmirgelpapier beklebt.

Das mit der Rohhaut ist gar nicht so schwierig. Im Stab selber ist etwas unterhalb des Steins eine kleine Verdickung von einem Ast. Das Rohleder selber wird als 5 mm breiter Riemen oben über den Stein gelegt und unter dem Stein geknotet. Wie der Knoten richtig heißt, fällt mir gerade nicht ein. Es ist der, mit dem man früher die Sektkorken auf den Flaschen verknotet hat, bevor dieses Drahtkörbchen in Mode kam. Nach dem Knoten wird die Rohhaut kreuzweise gewickelt und am Ende mit einem breiteren Rohhautstreifen ähnlich wie am Griff überwickelt. Wenn mir das Gewurschtel nicht gut genug gefällt und ich noch Rohhaut übrig habe, wird über die erste Wicklung einfach noch eine Zweite, breitere gelegt. Kommt halt darauf an, wie dich die Rohhaut ist. Die Rohhaut dürfte sich beim trocknen richtig fest um Stab und Stein ziehen und nach dem Trocknen doch schon eine ganze Menge halten. Wirklich halten muss es ja eigentlich nichts, da der Stein ja wie ein Hammer mit dem Stab verkeilt ist.
Original geschrieben von tarek

bei deineer wariante kann mann das ja so kreuzeise um den stein wicklen aber bei den anderen ? in streifen rüberlegen und am stab die streifen mit was anderem wieder festwickeln oder wie ?
Jep, sollte funzen mit dem Überwickeln, wenn der Stein nicht lose auf dem Stock liegt. Entweder angebohrt, oder gespaltenen Stab. Zwei Streifen Rohhaut, einen etwa 3 cm breit und 20 cm lang zum drüber legen und einen etwa 1 cm breit und 50 cm lang zum wickeln. Beide Streifen gründlich in Wasser einweichen und gut recken. Den breiten Streifen stramm drüber legen und mit dem schmalen Streifen direkt unter dem Stein mit dem Wickeln beginnen. Nach ein paar Runde wickeln das Wickelleder eine Runde direkt auf dem Holz wickeln. Ab da dann abwechselnd mal über und mal unter dem breiten Leder wickeln, an Ende das Wickelleder ein mal durch wie Wicklung führen und gut fest ziehen. Nach dem Trocknen überstehende Fetzen vorsichtig abschneiden. Die ganze Wickellei muss natürlich so stramm wie möglich gemacht werden. Bei Trocknen zieht sich alles zusammen und wird hart. Da sollte sich normalerweise auch nichts mehr lösen.
Der Narr ist nicht nur Gaukler und Possenreißer, oft versüßt er mit seinem Schabernack die bittere Wahrheit.
Orisha
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Fotos Wurfkeule

Beitrag von Orisha »

Hallo, da bin ich wieder. Mein Kumpel hat gestern Abend noch die Fotos gemacht und losgeschickt. Falls Du das Ding nachbauen willst, hat er extra noch einen Meter wegen der Größe nebendran gelegt.
Gruß
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tarek
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Beitrag von tarek »

cool danke :anbet
Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu f?rchten...
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indianische Keulen und Tomahawks

Beitrag von Orisha »

Hallo Tarek,
bist Du immer noch an indianischen Keulen interessiert. War eben auf der Webseite von Sothebys. Dort läuft am 13. Mai eine Auktion mit Objekten von nordamerikanischen Indianern. Neben Lederarbeiten und Töpferei sind ein paar sehr schöne Gewehrkolben-Keulen, Tomahawks und auch Köcher dabei. Man muß die Stücke ja nicht gleich kaufen... Aber für Interessierte und auch Nachbauer sind die Fotos sehr nützlich.

Hier der Link:
(hoffe das klappt mit dem einfügen)
Gruß Armin
sothebys
hat nicht geklappt, bitte drauf achten, dass der link nicht die Seite sprengt (der "Anker" in der ersten Symbolreihe - mit dem kannst du lange Links hinter kurzen Worten "verstecken")
Taran
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