Carbonpfeilbruch

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Polvarinho
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Carbonpfeilbruch

Beitrag von Polvarinho »

Tach zusammen,

schiesse nun schon seit einigen Monaten Carbonpfeile und will euch hier über meine ersten Erfahrungen berichten.

Spez. Benzi schien ein ganz merkwürdiges Verhältnis zu diesen Schäften zu haben und ihm hatte ich versprochen von meinen Erfahrungen zu berichten.


Also: ich bin begeistert!

Sie sind leicht und sauschnell. Das ist klar.
Sie sind anfälliger auf Fehler beim Lösen und gegen Seitenwind, sehr anfällig gegen Rückenwind...sie fliegen dann deutlich instabiler....aber das war auch schon das weniger Gute!!

Zum Bruchverhalten:

1. nicht einer ist mir in der Zeit seit ich sie nutze um die Ohren geflogen (was ich von meinen Holzpfeilen nicht behaupten kann..)

2. Schüsse frontal auf Beton oder Stein führen sehr selten zum Bruch! Wenn der Pfeil gerade und stabil auftrifft, dann springt er heftig, teilweise über 10-12m, zurück und der eingesteckte Holznock verabschieder sich regelmäßig. Oft bleibt der Pfeil aber vollständig erhalten und kann nach Erneuerung des Nocks wieder verwendet werden. Selten ist das Spitzeninsert in den Schaft eingedrückt, der Schaft dann leicht nach aussen auseinander gedrückt, wobei ihn aber offensichtlich die Ringfasern stabil halten. Ich habe diese Schäfte aber nicht mehr verschossen, sondern entsorgt. Die Spitzen und die Inserts kann man dann unter Wärmeanwendung leicht lösen und wieder verwenden.

3.Trifft der Pfeil nicht gerade bzw. instabil (noch im Paradoxon) auf die Wand, dann zerlegt es den Schaft schon, aber nicht in 1000 zersplitterte Teile, sondern es teilt ihn irgendwo in der Mitte und die Bruchkanten sind leicht aufgefasert, teilweise hängen die beiden Bruchstücke auch noch mit wenigen Längsfasern aneinander. Zu erkennen sind die längs- und ringförmig verlaufenden Fasern im Ansatz. Mehr nicht.

4. Pfeil im Pfeil:

Nocktreffer zerstören den Nock, der Schaft kann regelmaßig wieder verwendet werden, manchmal (bei dezentralen Treffern) kann man auch den Holznock wieder reparieren.

Quertreffer:
Trifft ein Pfeil quer oder seitlich auf einen Carbonschaft, dann ist der bei Peripherietreffern offensichtlich gar nicht beschädigt oder bei Treffern auf die Mitte wird er Schaft völlig zerstört, was einem schauberen Bruch gleich kommt. Auch hier manchmal noch wenige Längsfasern, die die Fragmente verbinden, aber das wars dann noch.

Fazit:

Tolle Schäfte, super geeignet, SEHR haltbar, kann keine erhöhtes Verletzungspotential erkenen, eher das Gegenteil: Kaputt ist kaputt, nicht kaputt ist nicht kaputt....das ist viel mehr, als ich von Holzpfeilen sagen kann!

Carbonschäfte: ich kann sie nur empfehlen!

Gruß

Claus
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Sir Lancelot

Carbonschäfte

Beitrag von Sir Lancelot »

Welche hast du hier getestet ?

Easton Excel ?

Bearpaw Hunter ?

Bitte mehr Details :-)
Polvarinho
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RE: Carbonschäfte

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Sir Lancelot

Welche hast du hier getestet ?

Easton Excel ?

Bearpaw Hunter ?

Bitte mehr Details :-)
Es waren die

Carbonieros von Easton Excel

8.1 gpi (d.h. der Pfeil ist 8.1 grains pro 2,54 cm Länge schwer, das sagt auch was über den Gard der Festigkeit aus! 7.1 gpi waren zu weich) auf 78 cm abgelängt, mit einer 100grs-Spitze und einem Holznock aus Zeder, der 1,5 cm in den Schaft geht und 3,5 cm über das Schaftende hinaus ragt, die Pfeile sind also ohne Spitze 81,5 cm lang, mit dann so ca.82,5...

Mein Grozer Türke mit 34lbs@28 auf 32`` gezogen verschiesst die Dinger ganz passabel...

Aber um es nochmal klar zu sagen:

Es war aber kein richtiger

-> TEST <-

sondern nur der Bericht meiner bisherigen Erfahrungen mit diesem Schaft.....
War/Ist ja auch Neuland für mich...bin eigendlich alter Holzpfeilfreund.... :-(

Jedenfalls habe ich jetzt VIEL MEHR Freizeit 8-) , denn ich brauche nicht ständig aufwändig Holzpfeile nachmachen..... :bash
Claus
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Archiv
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Beitrag von Archiv »

8.1 gpi (d.h. der Pfeil ist 8.1 grains pro 2,54 cm Länge schwer, das sagt auch was über den Gard der Festigkeit aus! 7.1 gpi waren zu weich)
Kleiner Einspruch, das Gewicht je Zoll Pfeillänge sagt nichts über die Festigkeit / Steifheit aus.
Die Zahl 500 , 400 oder 340 giebt den Spine an.

dein 8.1gpi ist ein 400er und der mit 7.1 ist der 500er Spine.

LG CH
benz

Beitrag von benz »

Hallo Claus, (btw wieso wechselt eigentlich Dein nick ständig 8-| )

es wird sehr schwer sein mich von Carbonpfeilen zu überzeugen, nicht wegen ihrer Flugeigenschaften, sondern wegen der Gefahr für Mensch und Tier. In der Halle alles ok, aber wir üben unseren Sport in der freien Natur aus, ich schieße im Wald und auf den Pferdeweiden.

Der Gedanke daß ein Carbonschaft sich auf unserer Weide befindet den ich nicht mehr finden kann, würde mich nicht schlafen lassen.

Du als TierArzt müßtest doch wenigesten auch ein Wort über Carbonsplitter in Wunden verlieren? Das soll keine blöde Anmache sein, sondern ist einfach der Wunsch, Deine Meinung darüber zu erfahren .......?

Am liebsten haben wir alle KEINE Wunden und keine mit Splittern drin, aber wenn, dann hätte ich, und vorallem gilt das für meine Hunde und Pferde, lieber Holzspitter in der Wunde als Carbonsplitter.

liebe Grüße benzi

fast vergessen: Chistoph was ist ein 500er spine? Ich kenne bisher nur Wandstärken und Durchmesser und spinewerte bei Holzschäften, die dem Bogengewicht angeglichen sind.
Bard
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Beitrag von Bard »

@ Benzi: Auch wenn ich nicht ChristophR bin: Die Spineangabe bei Carbonpfeilen bedeutet wie weit sich der Schaft beim Standard-Spinetest (Auflagerabstand 26 Zoll) mit 2 Pounds mittig belastet in 1/1000 Zoll durchbiegt. Der 500er biegt sich also ein halbes Zoll durch und ist weicher als der 400.


MfG Bard
Wir sind nicht auf der Welt um so zu sein wie Andere uns haben wollen

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen m?chte!

Wo ist die Rose?!?

gepriesen sei das Dreibein...
benz

Beitrag von benz »

@Bard danke
hilf mir doch mal: wie würde dann die Formel aussehen wenn ich die Druchbiegung in mm messe?

liebe Grüße benzi
Archiv
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Beitrag von Archiv »

@Benzi, auch wenn ich nicht Bard bin :D ,der 500 biegt 0,5" durch (12,7mm) der 400 biegt 0,4" durch also 10,16mm.

PS. Ich habe an Carbon schon einiges zerdeppert, aber gesplittert (der berühmte Blumenstraus) ist mir noch nichts. Soll heissen ich hatte nur glatte brüche.

edit.@Bard, Beman un Easton misst bei einen Abstand von 29"

Gruss Christoph
Sir Lancelot

RE:

Beitrag von Sir Lancelot »

Original geschrieben von benz

Hallo Claus, (btw wieso wechselt eigentlich Dein nick ständig 8-| )
ich wunder mich auch :wundern :wundern :wundern
Original geschrieben von ChristophR

PS. Ich habe an Carbon schon einiges zerdeppert, aber gesplittert (der berühmte Blumenstraus) ist mir noch nichts. Soll heissen ich hatte nur glatte brüche.
Das hat ein 50lbs Bogen mit Rückenwind angerichtet.
Und das ein einem Nachmittag :-(

[url=http://www.fletchers-corner.de/images/noimg.jpg]
Bild[/url]

Entweder ist der Pfeil hinten an den Federn oder vorne an der Spitze gebrochen.
Mich und meinen Kumpel hat der glatte Bruch sehr gewundert, da wir bisher nur "Blumensträuse" kannten (leider kein Bild).
NORBERT SCHLIEBENER
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Beitrag von NORBERT SCHLIEBENER »

500 für leichte Compounds und ganz ganz schwere Recurves ggf. mit FF.

400 für böse Compounds.

360 für ganz böse Compounds.
Norbert Schliebener,
Trainer A des DSB
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Beitrag von Archiv »

500 für leichte Compounds und ganz ganz schwere Recurves ggf. mit FF.
@Norbert, ich weis ja nicht was für dich ganz böse Bögen sind, aber ich habe auf meinen aktuellen Recurve (64# auf 29")einen 340er Schaft (125er Spitze) drauf...und den durch einen Rohschafttest ermittelt.

LG CH
Bard
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RE:

Beitrag von Bard »

Original geschrieben von ChristophR

@Benzi, auch wenn ich nicht Bard bin :D ,der 500 biegt 0,5" durch (12,7mm) der 400 biegt 0,4" durch also 10,16mm.

PS. Ich habe an Carbon schon einiges zerdeppert, aber gesplittert (der berühmte Blumenstraus) ist mir noch nichts. Soll heissen ich hatte nur glatte brüche.

edit.@Bard, Beman un Easton misst bei einen Abstand von 29"

Gruss Christoph


Hab grad nochmal auf der Easton-Website nachgeschaut - da ist Spine @ 28 Inches Span angegeben.
Das Gewicht wiederum wird einmal in Grains per Inch (gpi) und für nen 29 Zoll langen Schaftzusätzlich als Beispiel angegeben.

MfG Bard
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brondhaish
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500er Spine

Beitrag von brondhaish »

@Norbert: und ich schieße 500er Spine mit 100er Spitze und 29" Länge auf meinen Recurves mit 50# @ 28", also auch kein "ganz, ganz schwerer" Recurve.

PS.: auch per Rohschafttest ermittelt, und die fliegen auch auf 30m noch ganz ordentlich ohne Federn

Ach ja, und auch mit FF Sehne.
benz

Beitrag von benz »

danke

das entspricht für einen

500er - 52#

400er - 65#

360er - 73#

bei einem 26" Abstand auf der Spinewaage

liebe Grüße benzi
Der Bootsbauer
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Beitrag von Der Bootsbauer »

Ich kenn sowohl Carbon-, als auch Holzsplitter in den Brazten, und ich muß sagen daß Carbon angenehmer ist als viele Hölzer!
Es piekst alles, aber so schnell wie z.B. Bongossi eitert nix anderes!
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