
Nachdem der Galli vor einigen Jahren geschrieben hatte, dass rote Birken eigentlich garnicht schlecht zum Bogenbau sind, habe ich darauf mal geachtet und bin auch vor 2 Jahren auf einen kleinen Bestand an roten Birken gestossen. Nun habe ich mir eine 10cm dicke Saplingbirke geholt, da ich für ein zukünftiges Bogenprojekt ein Birkenbacking brauche.
Meine Frage lautet nun, welche Art ist das eigentlich?
Eine Betula pendula wird es wohl nicht sein, da passen Farbe und Rindenstruktur nicht zu, oder gibt es eine so dunkle Variante?
Der Bestand dieser Birken ist ein Seeufer den sie sich mit Holunder, Erle, Weide, Pappel und normaler (weißer) Birke teilt. Früher (vor über 20 Jahren) wurden an dieser Stelle häufig Gartenabfälle entsorgt, kann es sich um eine Zierbirkenart handeln die mit Gartenabfällen hier gelandet ist?
Rein optisch sieht der Stamm mit Rinde nach Hasel aus, erst beim Betrachten des Habitus des Baumes, kann man sehen das es keine Hasel sein kann, nur Einzelstämme und eine ganz andere Baumkrone. Die Blätter, Blüten und Fruchtkörper sind Eindeutig Betula.
Nun hier ein paar Bilder.
Der von mir geholte Stamm. Andere rote und rot-weiße (Bastarde?) Birken im Habitat, eine normale und eine rote Birke von 5cm Durchmesser direkt nebeneinander, es ist eine rote Birke und garantiert keine Prunusart! Hier wird eine rote Birke von über 10cm Durchmesser langsam weiß! Und hier ist eine junge dünne Birke nur blassrot, ein Bastard? Hier die männlichen Blüten von der von mir gefällten Birke und ein halber Fruchtkörper vom letzten Jahr.
Nun die geerntete Birke wird vermutlich doch nicht zu Backings verarbeitet, das liegt aber nur an den seltsamen Farbsprengseln im Holz, vermutlich wird diese Birke zu Griffen verarbeitet.

Der Versuch davon Birkenleder zu bekommen scheiterte kläglich, die Schicht Birkenleder ist Mikroskopisch dünn und besteht nur aus 2-3 der hauchdünnen Papierschichten.
Gruß Dirk