Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Hölzer, Kleber, etc.
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Indie12
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Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Indie12 »

Hallo Forengemeinde,

ich dachte ich teile mal meine Erfahrungen von unerwünschten (Farb-)Reaktionen mancher Hölzer auf Kleber, Leim und Lack, und hoffe eurerseits auf weitere Beispiele, sodass man das bei der Vorgehensplanung berücksichtigen kann.

Also, der Klassiker: Eiche + Eisen/Stahl (wenn kein Edelstahl) = schwarzes Holz. Das kennt bestimmt jeder.

Dann, besonders bescheiden, wenn man´s nicht weiß: Robinie, frisch geschnitzt meist eher grünlich, wird an Kontaktflächen mit D3-Holzleim knallorange. Robinie wird ja eh irgendwann gelb, orange und dann honigbraun, da fällts dann nimmer so auf, aber bis dahin sieht´s teilweise kacke aus, besonders, wenn man auf das Holz an auffälligen Stellen kleckert.

Und, was ich echt nicht erwartet hätte: Holunder! Overlays mit Sekundenkleber geklebt, das Holz ist an den Rändern der Overlays knallgelb geworden.

Was habt ihr beizutragen?

Gruß

Martin
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Ravenheart
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Ravenheart »

Eibe und Eisen: Ebenfalls schwarz!

Rabe
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Indie12 »

Ach was, hätte ich nicht gedacht. Liegt das dann auch an Gerbsäuren? Hast du schon einen Unterschied des Effekts festgestellt zwischen frischer und abgelagerter Eibe? Es wird ja geunkt, dass Eibenholz reifen muss und dabei Stoffe umgesetzt werden (wie auch immer) die auch die Schwärzung bedingen könnten...
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Ravenheart
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Ravenheart »

Ich habe es bisher nur bei frischer Eibe beobachtet...
(Da waren Eisennägel in den Eibenstamm geschlagen!)
Ob es ähnlich wie bei Eiche auch mit Eisen + Wasser bei getrockneter Eibe auftritt, wäre zu prüfen.
Ich hab auch Bilder, leider sind die Bilder im Forum hier mal wieder weg, ich hoffe ich denke am WoE dran, die mal von meiner Backup-Festplatte zu suchen....

Rabe
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von klausmann84 »

Das Schwärzen von Holz mit Eisen basiert ja darauf dass Gerbstoffe mit Eisenionen eine Art Metallkomplex bilden. Pflanzliche Gerbstoffe gibt es sehr viele verschiedene z.B. Gallussäure, die mit Eisen den, Überraschung, Eisen-Gallat-Komplex bildet. Daher die Eisengallustinte. Man unterscheidet in der Gerberei zumindest auch zwei "Typen" von Gerbstoffen und verschiedene "Sorten", aber soweit ich weiß haben alle die Fähigkeit dieser Komplexbildung.

Gerbstoffe altern auch. Inwieweit sich damit auch die Fähigkeiten verändern, diesen Komplex zu bilden, hängt wenn dann von vielen Fakroren ab und es geschähe ja immer graduell. Ich glaube pauschale Aussagen dürften schwierig sein. Aber wenn alte Eibe anders reagiert wäre das ein Zeichen dass sich die Gerbstoffe im Holz so stark verändern, dass sie relativ grundlegend andere Eigenschaften besitzen. Ich glaube da eher nicht daran aber wissen tu ich es nicht.
Im Tannenwald, in klammem Spalt, stellen die Mannen bald die Hannen Alt Kannen kalt.
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von klaus1962 »

Ich hab kürzlich nach einer Methode gesucht, neues Holz alt aussehen zu lassen.
Gewünscht hatte ich mir den vergilbten Farbton von abgelaugten (entlackten) Fichtenholzmöbeln.

Mehr oder weniger bin ich durch Zufall darauf gestoßen, dass Rohrreiniger (zB. Dr*no) genau das macht.
Das darin enthaltene Natriumhydroxid (Achtung sehr ätzend) hat mir bei den neu angefertigten Fichtenholzelementen genau diesen graugelben Farbton beschert, den auch der abgelaugte Holzkasten hatte.

PS: diese Rohrreiniger (sofern sie dieses Ätznatron=Natriumhydroxid=NaOH beinhalten) eigenen sich übrigens auch sehr gut zum entfernen alter Lackschichten und sind wesentlich billiger als diverse Abbeizer aus dem Baumarkt ;-)

Gruß
Klaus
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Ravenheart
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Ravenheart »

Ravenheart hat geschrieben: 11.05.2022, 09:02 Ich habe es bisher nur bei frischer Eibe beobachtet...
(Da waren Eisennägel in den Eibenstamm geschlagen!)
Hier wie zugesagt Fotos der "Eiseneibe"...

Rabe
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Eiseneibe Querschnitt.jpg
Eiseneibe Nägel.jpg
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Bogenbas »

Oh man. Ich dachte bei dem Thema geht's nur um Verfärbungen direkt an der Kontaktfläche. :o :o :o
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Ravenheart
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Ravenheart »

Das Eine schließt das Andere nicht aus... ;) ;D

Rabe
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Floryan »

Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Reaktionen je nach Holzart ausfallen können. Bei Eiche und Eisen, sogar bei Edelstahl, hatte ich schon mal eine leichte Schwarzfärbung an einem Stück, das nicht richtig getrocknet war … wahrscheinlich Restfeuchtigkeit, die als Brücke wirkte. Nichts Dramatisches, aber beim ersten Mal schon überraschend.

Was Holunderholz angeht, lege ich beim Arbeiten immer ein kleines Stück Drahtgitter darunter, damit sich der Leim nicht ausbreitet (das habe ich auf die harte Tour gelernt ^^).

Jedenfalls ist das Thema alles andere als trivial: Jede Holzart hat ihre ganz eigenen Eigenschaften.
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Putzi2610! »

Dazu habe ich auch noch etwas beizutragen: Frisches Apfelholz und wasserfester Holzleim. Gibt ein schönes gelb und zieht sogar tief ins Holz ein. :o
Keine Ahnung, welche Reaktion diese Verfärbung verursacht. ???
Ich werde nicht aufgeben. Aber ich werde die ganze Zeit fluchen!
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von Eibenschneider »

Spät, aber nicht zu spät habe ich zum Verfärben noch was beizutragen.

Eiche durchgängig schwarz kriegen:
Ein sauberes Stück Eiche für einen Sommer in einem Hochmoor o.ä. (schwarze, saure Böden, humose Säuren) verbuddeln.
Achtung, merken, sonst Gefahr, daß es überwächst und Ihr es nicht mehr findet und Ihr könnt Euch schwarz ärgern.
Daraus wird dann die berühmte, im Orginal sehr teure Mooreiche für Pfeffermühlen, Schachfiguren, Messergriffe...

Helles Holz erzeugen:
Birke o.ä. in Wasserstoffperoxid einlegen.
H2O2 ist ein starkes Bleichmittel und eigentlich umweltfreundlich (zerfällt in H2O und O2..).
Z.B. für Schachfiguren..
H2O2 gibt es in 11% Lösung noch im freien Handel, höher konzentriert nur für Fachleute mit Verwendungsnachweis, da es für Sprengstoff verwendet werden könnte.
Das H2O2 eignet sich auch sehr erfolgreich und umweltfreundlich und günstig als Abflußreiniger, den es nutzt mit den Zerfallsprodukten eher der Kläranlage, als es schadet und ist frei von Seifen, Tensiden usw., aber ich schweife ab.
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von kra »

Eibenschneider hat geschrieben: 14.03.2026, 11:57 Spät, aber nicht zu spät habe ich zum Verfärben noch was beizutragen.

Eiche durchgängig schwarz kriegen:
Ein sauberes Stück Eiche für einen Sommer in einem Hochmoor o.ä. (schwarze, saure Böden, humose Säuren) verbuddeln.
Achtung, merken, sonst Gefahr, daß es überwächst und Ihr es nicht mehr findet und Ihr könnt Euch schwarz ärgern.
Daraus wird dann die berühmte, im Orginal sehr teure Mooreiche für Pfeffermühlen, Schachfiguren, Messergriffe...
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Ein Sommer lang reicht?
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
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Re: Verfärbungen bei Hölzern durch chemische Reaktionen

Beitrag von benzi »

Hochmoor? Klar, habe ich im Garten...🤣🤣🤣

Liebe Grüße
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
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