Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

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Chirurg
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Beim Flightbogen habe ich den einen Wurfarm auch noch begradigt, eingespannt mit Überkorrektur, mit dem Föhn auf 60 Grad erwärmt, Auskühlen lassen, hat die aufgezwungene Form gut behalten, übers Knie kann ich den Bogen genau 10cm ziehen, viel zu stark! werde den Bogen jetzt deutlich schmäler machen (derzeit 4cm breit und 2cm dick) und das Horn dünner schleifen. Alles in kleinen Schritten bis ich das Gefühl habe, dass ich den Bogen gerade noch ziehen kann.
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Und machst du dann nochmal einen Sehnenbelag der übers Horn geht?
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Hieronymus
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Hieronymus »

Wie macht ihr das mit dem Schwerpunkt einstellen, bei den normalen Pfeilen mache ich das mit dem Schleifen. Ich Schleife solange bis der Schwerpunkt passt.

LG Markus
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Ich versuch gerade mich an den Maßen von Osmanischen Pfeilen zu orientieren. Das müsste einen Schwerpunkt deutlich hinter der Mitte ergeben, so wie Neumi es öfter erwähnt hat. Das mach ich gerade mit Zeder in der Bohrmaschine eingespannt. Da werd ich mal einen Satz Pfeile mit leicht unterschiedlichen Taper machen, dann testen welcher am weitesten fliegt und von denen dann mehr machen...
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Ich hab mir jetzt ein Brett gebaut, wo ich den Spine ermitteln kann. Sehr einfach gehalten. Als Auflagepunkte 2 Ösen in ein Brett geschraubt mit genau 26" Abstand. Dann Einen Holzklotz inkl Lederschlaufe auf genau 2# gebracht und ein Lineal mit Magnetklebeband verstellbar in der Mitte befestigt. So kann ich die Durchbiegung in mm ermitteln und dann mit einer Tabelle bzw. Formel aus dem Forum auf den normalen Spine umrechnen.
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Hieronymus »

Bogenbas hat geschrieben: 20.04.2026, 17:36 Das müsste einen Schwerpunkt deutlich hinter der Mitte ergeben
Das hängt von deinem Spitzengewicht ab. Das Heck ist deutlich schwerer, aber Schwerpunkt sollte um den Mittelpunkt liegen. Wenn er zu weit hinten liegt, ist es auch nix, das kann sogar dazu führen, dass der Pfeil sich überschlägt, besonders bei Gegenwind....
Mich würde interessieren, um wieviel steifer so ein Bambuspfeil im Verhältnis zu einem aus Kiefer, Fichte und Zeder ist...
Ich werde diesmal auch die mm die der Pfeil durchbiegt auf den Schaft schreiben. So kann ich erkennen , welche Pfeile weiter fliegen. Ich würde die Pfeile nicht zu weich machen.Bei Ivan Malde habe ich gesehen, das die Werte zwischen 15mm und 20mm variieren. Hängt natürlich auch von Bogen an, aber mehr wie 20mm halte ich für zu viel...

LG Markus
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Hieronymus hat geschrieben: 20.04.2026, 18:08 Mich würde interessieren, um wieviel steifer so ein Bambuspfeil im Verhältnis zu einem aus Kiefer, Fichte und Zeder ist...

Mich auch ;) mal schaun ob ichs noch rausfinden werd. Wenn sie wesentlich steifer sind als Holzpfeile könnten ja die 6mm Durchmesser die ich erreichen könnte, auch ausreichen.

Ich würde die Pfeile nicht zu weich machen.Bei Ivan Malde habe ich gesehen, das die Werte zwischen 15mm und 20mm variieren. Hängt natürlich auch von Bogen an, aber mehr wie 20mm halte ich für zu viel...
Nur hat Ivar Malde vermutlich Auflagen im Abstand von 22" benutzt und einen wesentlich stärkeren Bogen geschossen, und kürzere Pfeile als ich... Das finde ich sowieso nicht vergleichbar.
Ich geh ja im wesentlichen nicht nach der Durchbiegung, sondern nach dem tatsächlichen Spinewert, den der Pfeil hat, und passe es über den klassischen Spinewertrechner auf meinen Bogen an... ich leiste nur schon mal vorarbeit ;)
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Wie sich ein Pfeil bei welchem Spine und bei welchem Zuggewicht verhält, hängt doch stark vom Spitzengewicht des Pfeils ab, die Spinwerttabelle ist für mich irrelevant. Für mich zählen Erfahrungswerte bei Flightpfeilen. Ich schaue, dass ich bei 2cm Durchbiegung oder weniger bleibe (22 Zoll Auflage, 2 Pound). Die Spitze wiegt ja fast nix, auch durch das Tapern verkürzt sich die Phase des Wedelns deutlich.
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Bzgl. des Schwerpunkts: das hängt von den Windverhältnissen ab! Bei Rückenwind sollte der Schwerpunkt deutlich vor der Mitte sein (d.h. nockwärts). Der Pfeil muss möglichst lang horizontal segeln, Sobald sich die Spitze zum Boden neigt, fährt der Wind in die Federn und der Pfeil stellt sich vertikal und stürzt ab. Bei Gegenwind muss der Schwerpunkt in der Mitte oder sogar etwas spitzenwärts liegen, der Gegenwind hält den Pfeil lange horizontal (drückt die Federn nach unten). Also, wir sollten unbedingt versuchen mit Rückenwind zu schießen. Das gibt definitiv größere Weiten und das wollen wir ja😎
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Chirurg hat geschrieben: 20.04.2026, 20:09 Bei Rückenwind sollte der Schwerpunkt deutlich vor der Mitte sein (d.h. nockwärts).
Gut dass du das nochmal erläutert hast. Für mich ist nämlich die Spitze vorne...
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Chirurg hat geschrieben: 20.04.2026, 19:56 Für mich zählen Erfahrungswerte bei Flightpfeilen. Ich schaue, dass ich bei 2cm Durchbiegung oder weniger bleibe (22 Zoll Auflage, 2 Pound). Die Spitze wiegt ja fast nix, auch durch das Tapern verkürzt sich die Phase des Wedelns deutlich.
Okay, dann versteh ich die Aussagen, vonwegen beim Flightschießen muss der Spine besonders gut zum Bogen passen, nicht (bin nicht sicher wer das geschrieben hatte). Wenn alle ihre Pfeile nur nach Durchbiegung bauen kann ich doch nicht vom abstimmen auf den Bogen reden ??? Es muss doch nen gravierenden Unterschied machen ob ein Pfeil mit Hausnummer 18mm Durchbiegung von einem Bogen mit 50# oder 100# geschossen wird. Die 15 - 20mm Durchbiegung bei Ivar Malde hat er mit einem 90# Bogen geschossen. Versteh ich nicht warum dann ein Pfeil für einen 50# Bogen nicht mehr Durchbiegung haben sollte.
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Zu Punkto minimales Spitzengewicht und reduziertes Wedeln durchs Tapern. Die Punkte sprechen ja beide dafür das nach meiner Methode der Pfeil sowieso steifer raus kommt. Ich muss aber auch zugeben das die Spinerechner garnicht die richtigen Einstellmöglichkeiten bieten um ein brauchbares Ergebnis zu bekommen. Eben weil man nicht weniger als 30 grain für die Spitze eingeben kann und auch der Bogentyp generell nicht vertreten ist (zumindest bei denen die ich kenne). Aber die 22" Abstand der Auflagen sind hald für sehr kurze Pfeile ausgelegt (24"?). Ich hab mich fürs erste auf 27" Pfeile festgelegt. Nach was soll ich mich da richten können?
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Chirurg »

Den Spinewertrechner brauchst du fürs Scheibenschießen (Archers Paradoxon). Beim Weitschießen ist das nicht so wichtig. Natürlich verlierst du Meter, wenn du nicht gerade schießt (Gemessen wird gerade auch wenn du schräg schießt/Satz des Pythagoras, kann mit der Ausrichtung beim Schießen korrigiert werden), es kommt auf eine möglichst hohe Leerschussgeschwindigkeit an (Bogendesign und Zuggewicht) und ein geringes Spitzengewicht (Eulergesetz Knicklastformel/ seitliches Ausweichen eines Stabes unter Druck), das seitliche Ausweichen ist das Wedeln, das soll eine möglichst geringe Amplitude haben, d.h. die beiden Knotenpunkte im Pfeil sollen möglichst nock- und spitzennahe sein (hohe Steifigkeit, Enden und Spitzen getapert, geringes Spitzengewicht). Damit steife Pfeile möglichst gerade fliegen, sollten beim Mediterranen Schießstil ein Centershot vorliegen und bei der Daumentechnik kann man mit seitlichem Kathra (oder heißt das Torque) korrigieren (sieht man auch bei Malde). Je länger ein Pfeil wedelt und je höher die Amplitude der Schwingung umso weniger Energie geht nach vorne.
Leerschussgeschwindigkeit und Luftwiderstand: ab einem gewissen Pfeilgewicht (nach unten) bleibt die Abschussgeschwindigkeit gleich, aber je leichter der Pfeil umso mehr wirkt sich der Luftwiderstand aus, auch hier sind wir auf Erfahrungswerte angewiesen.

Ich baue die Bambus Flightpfeile 24 Zoll lang, sonst schaffe ich die angepeilten 15 Gramm nicht.
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von Bogenbas »

Aha okay, krass. Das du dich da so auskennst :o
Naja ich werde hald trotzdem mal damit starten, osmanische Pfeile im Durchmesser angemessen hochzuskalieren, um zu kompensieren das meine Pfeile 27" lang sind. Da hab ich auch Maße von Flightpfeilen ähnlicher Länge zum Vergleich. Ich hab den Vorteil tolle Fläche gefunden zu haben, um Probeschüsse zu machen. Schön ebene Wiesen und Ackerfläche mit einer einsehbaren Distanz von 580m bis zum nächsten querlaufenden Feldweg ;D
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Dann kann ich einfach schauen was am besten funktioniert hat und dahingehend weiter testen.
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Re: Flightbogen und Flightpfeile für Kolbingen

Beitrag von locksley »

Die Pfeile, die den Feldweg erreichen werden genommen. :D
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)
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